Was die Zeit nicht nimmt
Inhaltsangabe:
Ein Anruf in der Nacht – und die Vergangenheit kehrt zurück. Ein nächtliches Gespräch mit der Mutter führt Marek wieder in seine Jugend. Zurück in eine Familie mit dysfunktionalen Mustern und in ein Umfeld, das Andersartigkeit bestraft. Als queerer Junge in einer konservativen Industriestadt ist Mobbing Mareks ständiger Begleiter. Und die politischen und wirtschaftlichen Umbrüche von 1989 belasten nicht nur ihn, sondern die ganze Familie – in Form von Armut, Alkoholismus und Gewalt.
Herausgeben von: Gender Studies, o p.s. - Knihovna Jiřiny Šiklové

Beurteilung:
Das zentrale Thema des Theaterstücks Maryša ist die gesellschaftliche Stellung der Frauen in einem tschechischen Dorf im 19. Jahrhundert. Das Stück zeigt, wie zerstörerisch tief verwurzelte strenge patriarchalische und sexistische Normen auf das Schicksal einzelner Menschen wirken, insbesondere auf die weibliche Hauptfigur, aber auch auf die Männer in der Geschichte. Neben dem gesellschaftlichen Druck, der auf den einzigen akzeptablen Lebensweg für Frauen ausgeübt wird, finden wir auch andere systemische Probleme wie häusliche Gewalt und Alkoholismus. Obwohl das Stück aus einer älteren Zeit stammt, war es zu seiner Zeit revolutionär, und die Relevanz seiner Themen ist unbestreitbar. Ein Beweis dafür ist, dass es weiterhin häufig auf führenden Theaterbühnen in Tschechien und im Ausland aufgeführt wird.