Kaninchen im Wunderland: die wahre Geschichte
Inhaltsangabe:
Die Frau des Weißen Kaninchens hat viel zu tun mit einem Gemahl, der immer und überall zu spät kommt, einer Horde Kinder und diesem Mädchen, das manchmal zu Besuch kommt und mir nichts dir nichts ihre Größe ändert. Hinzu kommen Bügeln, Saubermachen, Wäsche waschen, Kochen… Manchmal wünscht sie, Ehemänner würden sich an der Hausarbeit beteiligen. (Quelle: La mare aux mots)
Herausgeben von: Université Sorbonne Paris Nord

Beurteilung:
Kaninchen im Wunderland ist ein lustiges, interessantes, überaus detailreiches Bilderbuch, das auf die Welt von Alice im Wunderland Bezug nimmt. Doch hier wird der Alltag der Gemahlin des berühmten Weißen Kaninchens unter die Lupe genommen. Was passiert eigentlich zu Hause, wenn das Weiße Kaninchen fort ist? Dies: Frau Kaninchen ist Hausfrau. Von früh bis spät kümmert sie sich um den Haushalt, um die etwas launenhaften Kinder, um ihren notorisch verspäteten und nie etwas bemerkenden Ehemann. Sie führt ein Tagebuch über ihre „mentale Belastung“, also die Tatsache, dass sie sich um alles kümmern und an alles denken muss. Eines Tages liest ihr Gemahl das Tagebuch. Und plötzlich fällt ihm auf, was er vorher nicht wahrgenommen hat, und er beeilt sich, ihr einen Geburtstagskuchen zu backen. Das Buch endet mit dem Bild eines reuevoll dreinblickenden Weißen Kaninchens und den Kaninchenkindern, die den Leser (oder Frau Kaninchen?) anschauen. Einige werden dies als Neustart für die Familie interpretieren: Sie begreifen, was sie der Mutter alles zu verdanken haben und werden sich mehr anstrengen. Etwas zynischere Leser werden sich vielleicht wiederum fragen, ob die guten Vorsätze wirklich anhalten werden, oder ob ihnen nach der Geburtstagsfeier gleich wieder die Luft ausgeht (wie dem Kuchen).