Die Gabe des Schattenkriegers
Inhaltsangabe:
In einer Welt, die in der Zukunft spielt, leben die Menschen in den Nachwehen des schwarzen Regens und der darauf folgenden Clankriege. Der 16-jährige Kong Dawei lebt mit seinem Bruder Ren, seiner Angebeteten Dray und anderen Waisenkindern in einem nördlichen Dorf namens Namla. Dawei hat ein Schweigegelübde abgelegt und kommuniziert mit Zeichensprache. Um seine Schuld zu begleichen, arbeitet Dawei als gefürchteter Bianfu, ein Kurier. Dawei und sein Haustier, der Falke Qiu, haben eine telepathische Verbindung, die ihm bei seiner Arbeit hilft. Als eine Lieferung verbotener Schusswaffen schiefgeht, sind Dawei und Ren gezwungen, in die Hauptstadt Fusang im Süden zu fliehen. Die Behörden können jedoch die an ihren Handgelenken befestigten Zahlungsgeräte aufspüren und die Brüder werden gefasst. Als Strafe wird Dawei gefangen genommen und als Sklave an den Tigerclan verkauft, der die Region beherrscht. Er wird zum Wächter der herrschenden Familie ausgebildet.
Herausgeben von: Lastenkirjainstituutti

Beurteilung:
Die in dem Fantasy-Roman imaginierte Welt nach einer ökologischen Katastrophe weist Elemente der chinesischen und tibetischen Kultur auf. Verschiedene Regionen werden von Monarchien regiert, und Ungleichheit ist überall zu beobachten. Die Würde des Menschen wird in Geld gemessen, und wenn das Geld ausgeht, sind Ressourcen und Möglichkeiten begrenzt. Der Roman ist eine Darstellung von Macht, Ungleichheit, Familie und Liebe in einer totalitären Welt. Der Protagonist Dawei ist queer und kommuniziert mit Gebärdensprache. In der Hauptstadt Fusang sind Gebärdensprache und andere Sprachen eingeschränkt, sodass Dawei gezwungen ist, sein Schweigegelübde zu brechen. Der Verzicht auf Gebärdensprache und der Beginn, laut zu sprechen, erschüttern sein Identitätsgefühl.