Mein Name ist Damian

Inhaltsangabe:

Dieser Kurzroman von Suzana Tratnik gehört sicherlich zu den bemerkenswerten Leistungen auf dem Gebiet der Jugendliteratur. Der Protagonist, ein kompromissloser Neunzehnjähriger, legt sein Leben in einer Selbsthilfegruppe offen. Er hat keine Ausbildung, er kommt immer zu spät zur Arbeit, er trinkt viel, er heißt Damjan und ist eine Frau. Die Art und Weise, wie die …

Beurteilung:

Dieser Kurzroman von Suzana Tratnik gehört sicherlich zu den bemerkenswerten Leistungen auf dem Gebiet der Jugendliteratur. Der Protagonist, ein kompromissloser Neunzehnjähriger, legt sein Leben in einer Selbsthilfegruppe offen. Er hat keine Ausbildung, er kommt immer zu spät zur Arbeit, er trinkt viel, er heißt Damjan und ist eine Frau. Die Art und Weise, wie die Gesellschaft diese von den gesellschaftlichen und geschlechtsspezifischen Normen abweichende Figur betrachtet, mag unwahrscheinlich erscheinen – schließlich ist Damjan im Allgemeinen akzeptiert und hat nur zu Hause mit ernsthaften Schwierigkeiten zu kämpfen. Entscheidend ist jedoch, dass sich die Autorin nie wirklich in die Handlung einmischt, keine Ursache für Damjans Notlage beschreibt und auch kein moralisches Urteil fällt – sie beleuchtet lediglich Vorurteile. Dank dieser Distanz wirken sowohl sie als auch ihr Protagonist ungemein stolz. Der Roman ist eine fesselnde, aber schwierige Lektüre, die keinen sicheren Hafen bietet. Letzteres scheint in der Tat nicht Teil der Intention zu sein. Das Buch hat das Qualitätssiegel „Goldene Birne“ erhalten.

Herausgeben von: Mestna knjižnica Ljubljana

Autor/Autorin: Tratnik, Suzana; Pankratz, Helga

Übersetzer/Übersetzerin(nen): Leben, Andrej

Verlag: Milena Verlag

Stadt: Wien

Jahr: 2005

Seiten: 171

ISBN: 9783852861289

Altersgruppe: 11 - 14

Sprache: DE

Originalsprache: SL

Schlagwörter : Beziehungen, Ermächtigung, Gewalt, LGBTQ+, Sexualität

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