Mit Träumen im Herzen
Inhaltsangabe:
„Samia ist ein junges Mädchen aus Mogadischu. Das Laufen liegt ihr im Blut. Jeden Tag teilt sie ihre Träume mit Ali, ihrem besten Freund, Vertrauten und ersten, leidenschaftlichen Trainer. Während Somalia zunehmend unter politischer und religiöser Rigidität leidet und Waffen immer lauter in der Sprache der Unterdrückung sprechen, blickt Samia nach vorne und spürt in ihren schlanken, blitzschnellen Beinen ein Schicksal der Erlösung für ihr gequältes Land und für die somalischen Frauen. Nächtliche Trainingseinheiten im leeren Stadion, um sich vor den anklagenden Blicken der Fundamentalisten zu verstecken, und ihre ersten Erfolge führen dazu, dass sie sich mit nur siebzehn Jahren für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Sie wird Letzte, wird aber zu einem Symbol für muslimische Frauen auf der ganzen Welt. Ihr eigentlicher Traum ist es jedoch, zu gewinnen. Der Termin ist die Olympischen Spiele 2012 in London. Aber alles wird schwierig. Die Fundamentalisten gewinnen noch mehr an Macht, Samia läuft in einer Burka und muss eine herzzerreißende Niederlage hinnehmen, während ihr „Bruder fürs Leben” ihr Leben für immer verändert. Plötzlich macht es keinen Sinn mehr, dort zu bleiben. Eines Nachts bricht sie zu Fuß auf. Auf der Suche nach Freiheit und dem Traum, die Olympischen Spiele zu gewinnen. Allein begibt sie sich auf eine 8.000 Kilometer lange Reise, die Odyssee der Migranten von Äthiopien über den Sudan und durch die Sahara nach Libyen, um schließlich auf dem Seeweg nach Italien zu gelangen. Giuseppe Catozzella hat sich monatelang in Samias reales Leben vertieft und es mit sehr einfühlsamer Stimme neu erzählt, wodurch ein unvergesslicher Roman entstanden ist. „
Herausgeben von: Centro MeTRa - Università di Bologna (Italy)

Beurteilung:
Catozzellas Roman erzählt die wahre Geschichte von Samia Yusuf Omar, einer jungen somalischen Sprinterin, die in Mogadischu aufgewachsen ist. Trotz unzähliger Schwierigkeiten nahm Samia 2008 im Alter von 17 Jahren an den Olympischen Spielen in Peking teil, wo sie zwar den letzten Platz belegte, aber das Publikum mit ihrer Leidenschaft und Ausdauer begeisterte. Einige Jahre später, entschlossen, an den Olympischen Spielen 2012 in London teilzunehmen, begab sie sich auf eine lange und gefährliche heimliche Reise nach Europa, um einen Trainer zu finden und sich unter besseren Bedingungen auf die Wettkämpfe vorzubereiten. Der Roman behandelt zwei Hauptthemen: zum einen Samias Kindheit und Jugend in Mogadischu, das zunehmend von Fundamentalisten kontrolliert wurde, und ihren schwierigen Weg zur Sportlerin, obwohl sie ein Mädchen war und in einer Familie aufwuchs, die zwar nicht wohlhabend, aber liebevoll und unterstützend war. Andererseits ihre Reise nach Europa zusammen mit vielen anderen Migranten, die mehr als ein Jahr unter unmenschlichen Bedingungen dauerte. Es ist eine Coming-of-Age-Geschichte und eine Geschichte über Sport, aber auch über Migration. Catozzella ist es gelungen, eine symbolträchtige Geschichte zu erzählen und der Figur Samia menschliche Tiefe, Emotionen und glaubwürdige Gefühle zu verleihen. Die Geschichte fließt flüssig dahin und ist so fesselnd, dass der Leser bis zum Epilog weiterlesen und Samia nicht nur auf sportlicher, sondern auch auf menschlicher und persönlicher Ebene die Daumen drücken möchte.